Ein Tier zieht ein und mit ihm eine Frage, die Du Dir wahrscheinlich immer wieder stellst: Was kommt da eigentlich finanziell auf mich zu? Von der Anschaffung über die jährliche Impfung bis zur teuren Operation im Ernstfall. Die Kosten für Hund und Katze sind sehr unterschiedlich und für viele schwer einzuschätzen. Ich habe Dir deshalb die häufigsten Fragen rund um Tierarztkosten und Anschaffung gesammelt und beantworte sie hier Punkt für Punkt.
Vorweg ein wichtiger Hinweis, der fast alle Preise in diesem Beitrag erklärt: Tierärzte rechnen nicht frei ab, sondern nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Die legt für jede Leistung einen Rahmen fest – vom einfachen bis zum dreifachen Satz, im Notdienst sogar bis zum vierfachen. Wie hoch die Rechnung am Ende ausfällt, hängt vom Aufwand, vom Verhalten Deines Tieres, von der Region und von der Praxis ab. Eine Landpraxis rechnet oft günstiger ab als eine spezialisierte Klinik in der Großstadt. Alle Preise hier sind deshalb realistische Spannen inklusive Mehrwertsteuer, keine Festpreise.
Stand: Juli 2026. Die GOT wird aktuell überprüft; erste Ergebnisse der Evaluierung werden für Ende 2026 erwartet. Konkrete Kosten bitte immer vorab mit Deiner Tierarztpraxis klären.
Bei der Katze läuft die Zahnbehandlung ebenfalls unter Narkose. Eine reine Zahnreinigung mit Zahnsteinentfernung liegt meist zwischen 120 und 300 Euro. Kommt eine Zahnsanierung mit dem Ziehen mehrerer Zähne dazu – bei Katzen wegen Zahnerkrankungen leider häufig – kannst Du je nach Aufwand mit 300 bis 600 Euro und mehr rechnen.
Das Ziehen einzelner Zähne beim Hund kostet je nach Zahn und Aufwand zwischen 50 und 300 Euro, immer zuzüglich Narkose. Eine umfangreichere Zahn-OP mit mehreren Extraktionen und Röntgenkontrolle kann insgesamt 400 bis 800 Euro erreichen.
Die reine Blutabnahme kostet nur wenige Euro, teuer wird die Laboranalyse. Ein kleines Blutbild liegt bei etwa 30 bis 60 Euro, ein großes Blutbild oder ein umfangreiches Organprofil bei rund 60 bis 150 Euro. Die Spanne gilt für Hund und Katze gleichermaßen; entscheidend ist, wie viele Werte bestimmt werden.
Ein normaler Ultraschall (zum Beispiel des Bauchraums) kostet bei Hund und Katze meist zwischen 50 und 150 Euro. Ein Herzultraschall (Echokardiografie) ist deutlich aufwendiger und wird häufig von Spezialisten durchgeführt – hier liegen die Kosten eher bei 100 bis 250 Euro. Ist Dein Tier unruhig und braucht eine leichte Sedierung, kommt diese noch dazu.
Eine einzelne Röntgenaufnahme liegt meist zwischen 40 und 120 Euro. Werden mehrere Aufnahmen oder Ebenen benötigt, steigt der Preis entsprechend. Spezielle Aufnahmen wie ein HD- oder ED-Röntgen zur Gelenkbeurteilung erfordern eine exakte Lagerung und damit oft eine Sedierung – dafür solltest Du insgesamt etwa 150 bis 400 Euro einplanen.
Ein MRT ist eine der teuersten Untersuchungen, weil das Tier dafür in Vollnarkose gelegt werden muss und ein Großgerät zum Einsatz kommt. Beim Hund liegen die Gesamtkosten inklusive Narkose in der Regel zwischen 800 und 2.000 Euro, je nach untersuchter Körperregion und Klinik.
Auch ein CT erfordert meist eine Narkose oder Sedierung. Die Kosten bewegen sich für Hund und Katze üblicherweise zwischen 400 und 1.000 Euro. Ein CT ist damit oft günstiger als ein MRT, aber immer noch eine deutliche Investition, die meist bei speziellen Fragestellungen anfällt.
Die Narkose wird bei vielen Eingriffen separat berechnet und richtet sich nach Gewicht, Narkoseart und Dauer. Für eine normale Kurznarkose solltest Du mit etwa 40 bis 150 Euro rechnen. Bei langen Operationen oder Vollnarkosen mit Überwachung liegt sie höher – das ist ein wesentlicher Grund, warum scheinbar kleine Eingriffe schnell teuer werden.
Operationen sind der größte Kostenfaktor im Hundeleben. Schon eine kleinere Hunde-OP beginnt selten unter 300 bis 500 Euro. Häufige größere Eingriffe geben eine Vorstellung von der Spanne: Eine Kreuzband-OP liegt meist zwischen 1.000 und 2.500 Euro, eine Bandscheiben-OP zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Auch Eingriffe wie eine Hüft-OP, eine Magenspiegelung, eine Gebärmutterentfernung, eine Kehlkopf- oder Milzoperation oder ein Kaiserschnitt bewegen sich – je nach Aufwand, Narkose und Nachsorge – schnell im vierstelligen Bereich. Genau solche Fälle sind der Grund, warum viele Halter über eine Absicherung nachdenken.
Auch bei der Katze reicht die Spanne von der überschaubaren Routine-OP bis zum großen Eingriff. Eine einfachere Katzen-OP beginnt bei einigen Hundert Euro, ein Kaiserschnitt oder eine aufwendige Operation wie eine Beinamputation kann je nach Aufwand und Nachsorge 800 bis 2.000 Euro und mehr kosten. Wie beim Hund macht vor allem die Narkose einen erheblichen Teil der Rechnung aus.
Außerhalb der regulären Sprechzeiten – nachts, am Wochenende und an Feiertagen – wird es deutlich teurer. Zum einen fällt eine gesetzlich festgelegte Notdienstgebühr an (50 Euro netto, also rund 60 Euro inklusive Mehrwertsteuer), zum anderen darf der Tierarzt im Notdienst bis zum vierfachen GOT-Satz abrechnen. Selbst eine an sich einfache Behandlung kann im Notdienst dadurch schnell 150 bis 300 Euro oder mehr kosten.
Kommt der Tierarzt zu Dir nach Hause, kommen zur eigentlichen Behandlung eine Hausbesuchsgebühr (rund 41 Euro beim einfachen Satz) sowie ein Wegegeld für die Anfahrt hinzu. Insgesamt solltest Du für einen Hausbesuch also spürbar mehr einplanen als für denselben Termin in der Praxis.
Eine Hundekrankenversicherung mit vollem Leistungsumfang – also inklusive Behandlungen, Diagnostik und Operationen – liegt je nach Alter, Rasse und Tarif meist zwischen 30 und 70 Euro im Monat. Wer nur die teuren Operationen absichern möchte, ist mit einer reinen OP-Versicherung ab etwa 10 bis 25 Euro monatlich dabei. Über ein Hundeleben gerechnet ist das oft deutlich weniger, als eine einzige große OP kostet.
Für Katzen ist die Absicherung tendenziell günstiger als für Hunde. Eine Katzenkrankenversicherung mit vollem Schutz liegt häufig zwischen 15 und 40 Euro im Monat, eine reine OP-Versicherung ab etwa 8 bis 20 Euro. Wie beim Hund hängt der Beitrag vom Eintrittsalter und vom gewählten Leistungsumfang ab. Je jünger das Tier beim Abschluss, desto günstiger in der Regel.
Eine Hundehaftpflicht ist im Vergleich zu ihrem Nutzen erstaunlich günstig: Meist zahlst Du zwischen 50 und 100 Euro im Jahr. Sie ist wichtig, weil Du als Hundehalter für Schäden in unbegrenzter Höhe mit Deinem gesamten Vermögen haftest – ein einziger Verkehrsunfall, den Dein Hund verursacht, kann existenzbedrohend werden. In einigen Bundesländern ist sie ohnehin Pflicht. Für andere Tiere greift die private Haftpflichtversicherung; nur für Hunde und Pferde brauchst Du eine eigene Tierhalterhaftpflicht.
Die laufenden Kosten für Hund und Katze lassen sich gut planen – die eigentliche finanzielle Herausforderung sind die unvorhersehbaren Fälle: die Kreuzband-OP, das MRT nach einem Unfall, der Notdienst am Sonntagabend. Genau hier entscheidet sich, ob eine Diagnose zur reinen Kostenfrage wird oder ob Du Dich voll auf die Gesundheit Deines Tieres konzentrieren kannst.
Wenn Du wissen möchtest, welche Absicherung für Dein Tier und Dein Budget wirklich sinnvoll ist, lass uns unverbindlich sprechen. Ich schaue mir Deine Situation an und finde mit Dir gemeinsam den passenden Schutz – ehrlich, kostenlos und ohne dass Dir etwas aufgeschwatzt wird. Versprochen!
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